Lake Natron I

Nach einer erholsamen Nacht bei angenehmen Temperaturen, machen wir uns über das Frühstücks-Buffet her. Reichlich Früchte, Brot, Eier und Kaffe stärken uns für die lange Fahrt zum Lake Natron. Dass wir heute ein wenig länger schlafen konnten, ist sicher auch kein Nachteil. Nachdem wir alles Gepäck in unserem Auto verstaut haben, machen wir uns auf den Weg ins Ungewisse. Natürlich haben wir uns vorher informiert, was uns am Lake Natron erwartet, aber so richtig konnte ich mir doch kein Bild machen. Nochmals durchqueren wir Mosquito River und seine lebendigen Strassen. An der nächsten Tankstelle stoppen wir um die Reifen zu kontrollieren und natürlich sind die einheimischen Verkäufer mit allem möglichen und unmöglichen sofort zur Stelle. Wir kaufen eine Kette für meine Nichte und dann machen wir uns wieder auf den Weg. Omary hat uns schon gewarnt, aber bis zu diesem Zeitpunkt haben wir uns keine Gedanken zu den Strassen gemacht, sie waren ja auch noch ok. Nach etwa 10 Minuten biegen wir links ab und fahren den Leuten praktisch durch den Garten und weiter in Richtung Wüste. Noch begleiten uns ganze Kandelaberkakteen-Wälder, vereinzelte Baobab Bäume und ziemlich grüne Wiesen. Auch sehr viele Masai Kinder winken uns zu, als wir im Schneckentempo über die Schotterpisten fahren. Die Strasse wird nur noch ungemütlicher.

Kandelaber-Baum Wald im Rift Valley
Kandelaber-Baum Wald im Rift Valley
Afrikanischer Baobab (Adansonia digitata)
Afrikanischer Baobab (Adansonia digitata)

Ich habe das Gefühl, ich könnte hier Wochen verbringen und unendlich viel Motive finden. Aber leider haben wir nicht so viel Zeit, denn die Fahrt ist lang. Bei diesem Baobab kann ich aber einfach nicht widerstehen und bitte Omary kurz anzuhalten, damit ich ein Foto machen kann. „Hakuna Matata!“ ist seine Antwort. Als ich aus dem Auto aussteige, nehmen die herbei geeilten Kinder sofort Reissaus. Sie lassen sich nicht gerne fotografieren und als sie meine Kamera sehen, geht es keine zehn Sekunden und wir stehen alleine auf der Strasse. Es ist sehr eindrücklich diese Bäume in dieser Landschaft zu sehen. Wie Wächter ragen sie bis weit in den Himmel und überblicken die ganze Ebene. Entlang der Kante des Rift Valley fahren wir dann weiter in Richtung Lake Natron. Die Umgebung wird immer staubiger, trockener und heisser. Trotz dieser widrigen Umstände, leben hier immer noch viele Tiere und Menschen. Wir haben das Gefühl als wären wir auf dem Mond. Da es schon wieder Mittag ist, meldet sich der Hunger auch wieder aber Omary möchte noch ein Stück weiter fahren. Er hat heute einen ganz besonderen Picknickplatz ausgesucht. Wieder ändert sich die Landschaft und es wird noch einmal ein wenig grüner. Wir sehen viele Krater am Horizont. Da wir vor allem in die Ferne schauen, merken wir gar nicht das wir am Rand des Shimo Ya Mungu Kraters stehen.

Shimo ya Mungu Krater
Shimo ya Mungu Krater
Der Weg zum Kerimasi
Der Weg zum Kerimasi

Was für eine Aussicht! Ein Anblick, den ich mein ganzes Leben lang nicht mehr vergessen werde. Der Krater mit den anderen Vulkanen im Hintergrund ist bis jetzt das landschaftliche Highlight unserer Reise. Es geht nicht lange bis auch hier die ersten Masai Frauen auftauchen und versuchen uns ihren Schmuck zu verkaufen. Sie sind uns dann doch zu aufdringlich und der Wind lässt kein gemütliches Mittagessen zu. Deshalb fahren wir noch eine paar Minuten weiter. Neben einem verlassenen Masai Dorf finden wir einen der wenigen Bäume die ein wenig Schatten spenden und geniessen unser Essen.

Der Ol Doinyo Lengai Vulkan
Der Ol Doinyo Lengai Vulkan

Ab jetzt haben wir eigentlich immer den Ol Doinyo Lengai Vulkan vor Augen und es kann doch nicht mehr so weit sein zu unserem Camp. Natürlich liege ich auch hier wieder einmal falsch mit meiner Vermutung – wir sind noch mindestens zwei Stunden vom Camp entfernt. Die Zeit vergeht trotz Affenhitze und Staub wie im Flug. Die Landschaft rund um den Heiligen Berg ist unbeschreiblich. Trotz grellem Mittagslicht möchte ich immer wieder anhalten um Fotos vom Berg und der Umgebung zu machen. Wie auf jeder anderen Fahrt ist es auch heute Nachmittag kein Problem und Omary und Silvia warten immer geduldig auf mich. Mittlerweile ist es mir aber zu heiss und ich möchte nur noch in unsere Camp und etwas kaltes trinken. Auch deshalb verschiebe ich das Fotografieren auf später, wir sind schliesslich noch fast zwei Tage hier.

Ein Masai Dorf vor dem Ol Doinyo Lengai
Ein Masai Dorf vor dem Ol Doinyo Lengai Vulkan

Nach dem wir das letzte Gate passiert haben, sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Camp und wir sind alle froh als wir in der Ferne das Wäldchen sehen in dem wie die nächsten zwei Nächte verbringen werden. Der Empfang von den Masai die das Camp führen ist so herzlich und warm das man die widrigen Umstände auf dem Weg hierher schnell vergisst. Wir gehen kurz in unser Zelt, ziehen unser Badesachen an und machen uns sofort auf den Weg zum Pool. Zuerst trinken wir eine Cola und machen es uns auf dem Liegestuhl gemütlich. Die Wärme ist aber fast nicht auszuhalten und darum sind wir recht schnell im Pool und geniessen das kühle Nass. Von hier aus beobachten wir die Eisvögel bei der Jagd auf Insekten. Sie scheinen das Wasser ebenfalls zu suchen. Da man sich hier alleine in der Umgebung umsehen kann ohne Gefahr von Löwen und anderen Tieren, machen wir vor dem Abendessen einen Spaziergang. Noch immer sind die Temperaturen extrem hoch und der Wind trocknet alles aus. Es entwickelt sich trotz vieler Wolken eine schöne Farbe am Himmel und als wir den kleinen Bach finden, ist mein Motiv für heute gefunden.

Der Ol Doinyo Lengai Abendlicht
Der Ol Doinyo Lengai Vulkan im Abendlicht

Bevor es ganz dunkel wird, machen wir uns zurück auf den Weg zum Camp. Dort haben sie schon ein Lagerfeuer entfacht und bei einem Bier lassen wir den Tag ausklingen. Das Abendessen ist einfach aber schmeckt fantastisch – wer hätte das gedacht. Das Camp ist sehr einfach aber mit der herzlichen Art des Personals und dem Talent der Köchin sind wir wunschlos glücklich. Wie es nach einer Nacht bei gefühlten 40°C weiter geht erfahrt ihr in meinem nächsten Artikel.

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