Lake Natron II

Was für eine Nacht! Ich habe im Leben noch nie so geschwitzt ohne etwas zu machen. Ich dachte es sei am Tag heiss in dieser Region aber die Nacht übertrifft den Tag locker. Na ja, wie auch immer, um 05:15 klingelt der Wecker und wir sind froh, können wir aufstehen. Nach einem kurzen Frühstück treffen wir Thomas, unseren Masai-Führer für den heutigen Tag. Nach einem kurzen “guten Morgen” machen wir uns zu Fuss auf den Weg zum Lake Natron. Thomas hat ein gutes Tempo angeschlagen und durch den Tiefen Sand zu laufen ist fast wie Zuhause im Schnee einfach viel wärmer. Auf dem zweistündigen Weg haben wir mehr als genug Zeit um uns zu unterhalten und jede Menge zu lernen. Natürlich habe ich auch heute wieder genug Zeit um ein paar Fotos zu machen. Die Landschaft ist immer noch wahnsinnig beeindruckend und die Sicht auf den Ol Doinyo Lengai wird einfach nicht langweilig.

Der Ol Doinyo Lengai am Morgen
Der Ol Doinyo Lengai Vulkan am Morgen
Silvia und Thomas auf unserer Wanderung zum Lake Natron
Silvia und Thomas auf unserer Wanderung zum Lake Natron

Natürlich haben wir die Hoffnung, dass wir auch ein paar Tiere sehen. Da wir aber sehr viel reden und lachen verscheuchen wir die meistens sehr scheuen Tiere. Trotzdem sehen wir zwei Giraffen die vom Boden aus noch viel grösser aber auch eleganter wirken als aus dem Auto. Leider gibt es davon kein Foto, ich bin viel zu überrascht von der ganzen Situation die nach ein paar Sekunden auch schon wieder vorbei ist. Langsam verlassen wir den Akazien Wald und nähern uns dem Ufer des Lake Natron, voller Hoffnung auf tausende Flamingos mache ich das Tele bereit. Schnell wird uns aber klar, dass bis jetzt nur wenige der eleganten Vögel den Weg an den See gefunden haben. Trotz der leisen Enttäuschung geniessen wir die schöne Landschaft und die wenigen Vögel. Nach einer halben Stunden machen wir uns auf den Weg zurück in das Camp.

Rosaflamingos am Lake Natron
Rosaflamingos am Lake Natron
Rosaflamingos am Lake Natron
Rosaflamingos am Lake Natron

Die nächsten paar Stunden machen wir es uns im Camp gemütlich und holen etwas Schlaf nach, den wir in der letzten Nacht verpasst haben. Am frühen Nachmittag treffen wir Thomas wieder und machen uns zusammen mit Omary auf den Weg zur Engare Sero Schlucht. Nur kurz sind wir mit dem Auto unterwegs und danach geht es zu Fuss weiter. Eigentlich sollten wir Sandalen mitnehmen, natürlich haben wir nur Flipflops dabei. Zum Glück hat Thomas ein paar Trekkingstöcke dabei, somit steht unserer kleinen Wanderung nichts im Weg. Kaum vom Auto weg, sehen wir den Einstieg in die Schlucht und schon bin ich mir gar nicht mehr sicher, dass dies mit den Flipflops klappt.

Engare Sero Schlucht
Engare Sero Schlucht

Trotz meiner Bedenken vertraue ich Thomas und wir machen uns auf den Weg in die Schlucht. Schon nach den ersten 100 Meter durchqueren wir den Bach das erste mal. Die willkommene Erfrischung ist eine Freude und zum Glück ist das Flussbett sandig und nicht steinig. Darum ist es auch kein Problem mit unseren “Schuhen” dadurch zu kommen. Interessanter sind da schon die Kletterpartien dem Ufer entlang. Thomas kann hier glaube ich auch blind rein laufen, jedes mal wenn es nötig ist gibt er uns halt oder zeigt den besten und sichersten Weg. Immer wieder kreuzen wir andere Leute die schon am Wasserfall waren und alle schwärmen davon. Die Schlucht wird immer enger und auf einmal stehen wir vor dem Wasserfall. Endlich haben wir unser Ziel erreicht, nach ca. 40 Minuten wandern, gönnen wir uns ein Bad im klaren Wasser. Sogar Thomas kommt mit uns in das Wasser, dieses Bild vom Masai-“Krieger” in seinen blauen, viel zu grossen Badehosen werden ich nie mehr vergessen. Nach einem kurzen Bad machen wir uns wieder auf den Rückweg, es kommen auch schon die nächsten Leute die das Bad geniessen möchten.

Engare Sero Schlucht
Engare Sero Schlucht

Nach einem langen und heissen Tag wollen wir nur noch duschen und ein wenig entspannen. Das klappt auch ziemlich gut bis ich bemerke das sich ein farbiger Sonnenuntergang ankündet. Schon ist es wieder um mich geschehen und ich habe meinen Rucksack gepackt. Dann machen wir uns auf den Weg zum Lavafeld. Genau wie gestern Abend sind wir kaum zehn Minuten vom Camp entfernt an einem kleinen Bach, den wir am Morgen auf unserer Wanderung entdeckt haben.

Der Ol Doinyo Lengai nach Sonnenuntergang
Der Ol Doinyo Lengai nach Sonnenuntergang

Auf dem Rückweg laufen wir an einem Baumstamm vorbei, der in Regenzeit vom Berg gespült wurde. Da kann ich einfach nicht widerstehen, zum Glück bleibt das Licht noch für ein paar Minuten.

Der Ol Doinyo Lengai nach Sonnenuntergang
Der Ol Doinyo Lengai nach Sonnenuntergang

Am Lagerfeuer und einem guten Abendessen lassen wir diesen schönen Tag ausklingen. Ich kann es kaum erwarten in die Serengeti zu fahren und nicht nur wegen den unglaublich heissen Nächten am Lake Natron. Nach einer nicht sehr erholsamen heissen Nacht machen wir uns auf den langen Weg in Richtung Serengeti aber das gibt es im nächsten Beitrag zu lesen.

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