Ngorongoro Krater

Gestern haben wir mit Omari abgemacht, dass wir so früh wie möglich in den Ngorongoro Krater fahren, damit wir das beste Licht nutzen können. Natürlich müssen wir uns an die Öffnungszeiten des Parks halten aber um 07:30 Uhr sind wir bereit zur Abfahrt. Heute Morgen fühle ich mich nicht so fit und bei der steilen Abfahrt in den Krater ist mir schwindlig. Diese ersten 30 Minuten sind für mich zum Vergessen ich kann weder die Aussicht noch die Fahrt geniessen. Am Kraterboden angekommen, geht es mir aber schon wieder besser und ich kann mich auf das
Fotografieren konzentrieren.

Morgenstimmung im Ngorongoro Krater
Morgenstimmung im Ngorongoro Krater

Die Morgenstimmung ist beeindruckend: Der Nebel der sich in der Nacht wie eine Decke über den Krater gelegt hat, wird langsam von der Sonne durchbrochen. Die dadurch entstehenden Lichtspiele sind einfach faszinierend.
Bis heute haben wir die Tüpfelhyänen entweder gehört oder ihre Spuren im Sand gesehen. Heute sind sie unser Empfangskomitee und ich bin völlig überrascht wie schön diese Raubtiere sind. Im Normalfall liest man von Löwen, Geparden und Leoparden aber die Hyänen kommen nirgends besonders gut weg. Dieses Bild kann ich, seit ich diese Tiere in der Natur erlebt habe, nicht
mehr bestätigen.

Tuepfelhyaene ( Crocuta crcouta )
Tuepfelhyaene im Ngorongoro Krater

Wie wir von Thomas, unserem Masai Führer am Lake Natron, erfahren haben, sind die Hyänen ein heiliges Tier für die Masai. Wenn bei ihnen ein Mensch stirbt, wird dessen toter Körper vor dem Dorf aufgebahrt und sollte noch in der gleichen Nacht von Hyänen gefressen werden. Wenn dies nicht passiert, ist das ein sehr schlechtes Zeichen für den Geist des Verstorbenen und das Dorf wird sofort verlassen. Er wollte uns nicht sagen was es genau bedeutet, aber so wie er reagiert hat, ist es für die Masai etwas sehr schlimmes. Man kann ja glauben was man will, aber ganz sicher sind es wahnsinnig nützliche Tiere, die die Savanne rein halten.

Tuepfelhyaene vor einer Herde Gnus
Tuepfelhyaene vor einer Herde Gnus
Die Suche nach dem Nashorn

Ein Nashorn in der Serengeti zu finden ist ein Ding der Unmöglichkeit, zumindest wenn man nur zwei Tage dort ist. Unsere grösste Chance eines zu sehen, haben wir ganz sicher hier im Krater. Somit steht der heutige Tag ganz im Zeichen dieser Tiere. Ein Glück,  dass die Suche bei so vielen anderen Tieren sehr kurzweilig ist. Endlich kommen wir auch näher an die Büffel Herden heran und so gibt es ein paar wunderbare Porträtfotos.

Schwarzbüffel im Ngorongoro Krater
Schwarzbüffel im Ngorongoro Krater

Immer wieder stoppen wir für längere Zeit, um mit dem Fernglas die ganze Umgebung nach Nashörnern abzusuchen. Bis jetzt haben wir aber keinen Erfolg. Dafür entdecken wir einen Elefantenbullen in der Ferne, der sich beim Fressen durch Nichts aus der Ruhe bringen lässt.

Afrikanischer Elefant Ngorongoro Krater
Afrikanischer Elefant Ngorongoro Krater

Am Mittag sehen wir erst, wie viele Leute hier unterwegs sind. Es gibt glaube ich nur einen Picknick-Platz im ganzen Krater, dieser ist an einem Hippopool gelegen. Auch wenn es für uns ungewöhnlich viele Leute hat, ist es einen sehr entspannende Mittagspause. Frisch gestärkt geht unsere Suche weiter. In der Hoffnung, dass wir von einem Hügel aus die bessere Aussicht haben, machen wir uns auf den Weg auf die andere Seite. Auf der Fahrt zu dem Hügel, sehen wir einen Schabrackenschakal der sich versucht im hohen Gras zu verstecken.

Schabrackenschakal im Ngorongoro Krater
Schabrackenschakal im Ngorongoro Krater

Die Riesentrappe, die nicht weit von dem Schakal entfernt nach Nahrung sucht, ist zwar nicht die erste die wir sehen aber Fotos habe ich bis jetzt noch keine. Mit ihren 1.3 Meter und fast 20 Kilogramm ist sie eine der grössten flugfähigen Vögel der Welt.

Riesentrappe ( Ardeotis kori )
Riesentrappe im Ngorongoro Krater

Auf dem Hügel angekommen, suchen wir sicher eine Stunde nach einem Nashorn. Omari meint, es sei heute einfach zu windig und darum stehen die Nashörner kaum aus ihren Erdspalten auf. Möglicherweise haben wir ja trotzdem Glück und sehen noch eines, ein paar Stunden haben wir ja noch. Jetzt geht es aber zuerst nochmals zu einem Hippopool. Dieser ist auf jeden Fall sauberer und fotogener als jener in der Serengeti. Wir sind die einzigen am Wasserloch und können uns so perfekt positionieren. Die Nilpferde scheinen das saubere Wasser auch zu geniessen und liegen ruhig und friedlich da.

Nilpferd ( Hippopotamus amphibius )
Nilpferd im Hippopool
Nilpferd ( Hippopotamus amphibius )
Nilpferd im Hippopool

Auf einmal wird es ein wenig hektischer und wir sehen das erste Nilpferd an Land gehen. Das ist ein seltenes Schauspiel, da die Hippos sonst nur in der Nacht an Land gehen um zu fressen. Sie wollen aber nicht fressen, sondern nur in den anderen Tümpel gehen um dort gemütlich zu schlafen. Deshalb habe ich nur kurz Zeit um ein paar Fotos zu machen, diese reicht aber gut um ein paar speziellere Bilder zu schiessen. Nach zwei, drei Minuten ist die ganze Familie im anderen Pool und fast nicht mehr zu sehen.

Nilpferd ( Hippopotamus amphibius )
Nilpferd Familie im Ngorongoro Krater
Nilpferd ( Hippopotamus amphibius )
Nilpferd im Ngorongoro Krater
Zwei Nilpferde auf dem Weg zum Hippopool
Zwei Nilpferde auf dem Weg zum Hippopool

Jetzt sind wir schon fast eine Stunde hier und langsam müssen wir uns auf den Weg zurück in unser Lodge machen. Etwa zwei Stunden bleiben uns noch und wir hoffen immer noch, dass wir ein Nashorn finden.
Nach etwa zehn Minuten laufen uns ein paar Strausse über den Weg. Auch diese Chance möchte ich mir nicht entgehen lassen; die Weibchen verschmelzen geradezu mit der Landschaft.

Afrikanischer Strauss ( Struthio camelus )
Strauss im Ngorongoro Krater
Afrikanischer Strauss ( Struthio camelus )
Strauss im Ngorongoro Krater

Wir fahren einen anderen Weg zurück in die Lodge. Den Weg durch den Sumpf hinter dem Hippopool ,an dem wir Mittag gegessen haben, ist nochmals eine komplett andere Landschaft. Leider bin ich ziemlich müde und aussteigen dürfen wir hier auch nicht, deshalb gibt es vom Sumpf auch kein Foto. Die Strasse beginnt sich wieder steil den Kraterrand hoch zu schlängeln und wir machen uns definitiv auf den Weg zurück. Auch wenn wir heute kein Nashorn gesehen haben, war es wieder ein wunderschöner Tag.
Später am Abend haben wir in der Lodge das Gästebuch durchgeblättert und haben gelesen, dass niemand ein Nashorn gesehen hat 🙂

Im nächsten und letzten Artikel gehen wir am Lake Eyasi mit den Hadzabe auf die Jagd und singen mit den Datooga.

Salüds Sandro

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