Kilimanjaro

Als wir unsere Reise nach Tanzania planten, wollten wir nicht nur 14 Tage im Jeep sitzen und Tiere beobachten und fotografieren. Nein, Land und Leute durften auf keinen Fall zu kurz kommen. So entschieden wir uns für eine Mischung aus Kulturreise und Tierbeobachtung.

Nach einem ruhigen und angenehmen Flug von Zürich nach Arusha (Kilimanjaro), kommen wir entspannt in der Kia Lodge an und können den ersten Abend bei einem Willkommens-Bier in Afrika geniessen. Da wir am nächsten morgen früh aufstehen müssen, gehen wir dann doch zeitig ins Bett. Total überrascht von der Pünktlichkeit unseres Fahrers, haben wir am nächsten Morgen nicht wirklich viel Zeit um unser Frühstück zu essen und es gibt nur eine Banane und ein Stück Toast.

Wir werden mit einem herzlichen “Jambo!” von unserem heutigen Fahrer begrüsst und da wir schon spät dran sind, machen wir uns sofort auf den Weg in Richtung Moshi. Unterwegs decken wir uns mit genügend Wasser ein und holen in Moshi unseren Guide für die erste Etappe auf den Kilimanjaro ab. Auf unserer zweistündigen Fahrt von der Kia Lodge zum Marangu Gate haben wir Zeit um die ersten Eindrücke von Tanzania auf uns wirken zu lassen. Vor allem für mich ist alles neu und unzählige Sachen bringen mich zum nachdenken, schmunzeln und staunen. So vergehen die zwei Stunden wie im Flug und schon stehen wir am Fusse des Kilimanjaro. Beeindruckt und auch ein wenig eingeschüchtert von der Landschaft, tragen wir unsere Passangaben am Marangu Gate (1970 m.ü.M.) ein und machen uns auf den Weg. Schon nach den ersten Schritten ermahnt uns unser Guide Nteze mit den Worten “Pole pole” – macht mal langsam! Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Schon nach ein paar Minuten ist mir “Pole pole” extrem sympathisch. Es ist schon recht warm und feucht, aber vor allem sind die 15 Kilo auf dem Rücken unter diesen Umständen nicht zu unterschätzen.

Wir sind noch keine zwanzig Minuten unterwegs und schon muss ich einen Stopp für das erste Foto machen. In dieser Klimazone (Regenwald) finde ich unendlich viele Motive, aber wird haben ja nicht so viel Zeit und deshalb muss ich mich einschränken. Somit konzentriere ich mich auf die für mich schönsten oder ungewöhnlichsten Szenen. Unsere Führer ist so unglaublich geduldig mit mir und lässt mir immer und überall genügend Zeit meine Fotos zu machen. Je länger der Aufstieg dauert, desto weniger oft nehme ich meinen Rucksack ab um Fotos zu machen. Wir sind erst einen Tag hier und sind noch richtig müde von der Reise. Deshalb konzentriere ich mich vor allem auf das Wandern und versuche so viele Eindrücke wie möglich zu sammeln. Erstaunlicherweise bleiben wir den ganzen Tag vom Regen verschont. Gerade in dieser Klimazone ist das sehr aussergewöhnlich denn 96% des Wassers am Kilimanjaro befinden sich in dieser Zone. Auf der linken Seite des Baches führt ein märchenhafter Weg durch den Wald mit tausend verschiedenen Grüntönen, Farnen, Pilzen, Blumen und Lianen. Endlich sind wir im tropischen Regenwald angekommen. Die Motivation Fotos zu machen ist nicht gerade auf dem Höhepunkt und ich hoffe, ich habe weiter oben noch Gelegenheit für ein, zwei schöne Fotos.

Als wir bei den Mandara Huts (Base Camp) ankommen, scheint die Sonne und wir geniesen unser Essen aus der Lunchbox. Da hier alles für die bevorstehende Saison vorbereitet wird, haben wir das ganze Camp für uns alleine. Unter den wachsamen Augen der Affen, machen wir uns frisch gestärkt auf den Weg zum Maundi Krater. Langsam ändert sich die Vegetation und der Regenwald macht einer Moorlandschaft Platz. Der Krater ist etwa zwanzig Minuten vom Mandara Camp entfernt und wenn es nicht zu neblig ist, hat man eine atemberaubende Aussicht Richtung Kenya.

Natürlich ist auch der Maundi Krater selber ein sehr schönes Motiv und ich hätte gerne noch ein wenig mehr Zeit, aber es ist schon spät und wir haben noch einen steinigen Abstieg vor uns. Dieser Abstieg hat  es definitiv in sich. Wir sind schon recht müde und es hat doch ein paar Stellen, die durch die rutschigen Steine nicht ohne sind. Ich bin recht zufrieden mit den Fotos die ich gemacht habe und deshalb und wegen dem schwindenden Tageslicht mache ich auf dem Abstieg keine Fotos mehr. Nach dem einen oder anderen Stolperer kommen wir heil am Marangu Gate an und unserer Fahrer, der den ganzen Tag auf dem Parkplatz auf uns gewartet hat, ist bereit zur Abfahrt. Müde und glücklich über das Erlebte steigen wir in unser Auto und freuen uns auf eine Dusche im Hotel. Wir sind ein bisschen enttäuscht, dass sich der Kibo nicht ohne Nebel präsentiert. Gerade von unten gäbe das noch ein schönes Bild ab. Da dies aber sehr selten der Fall ist, gerade in der Regenzeit, mache ich mir da keine grossen Hoffnungen. Doch kaum sind wir mit dem Auto um die ersten Kurven gefahren, lichtet sich der Nebel und der höchste Gipfel Afrikas zeigt sich im schönsten Abendlicht. Auch die Nachbargipfel Shira und Mawenzi sind zu sehen.

fortsetzung folgt….