Lake Eyasi

Die letzten zwei Tage unserer Reise verbringen wir am Lake Eyasi. Schon von Anfang an ist klar, dass wir nicht nur auf Safari gehen möchten. Genau so wie wir mehr über die Tiere und das Land wissen wollen, ist auch das Interesse an den Einheimischen riesengross. Natürlich sind wir uns bewusst, dass für uns Touristen alles ein wenig schöner präsentiert wird aber wir lassen uns einfach überraschen und hoffen das Beste. Nach gut drei Stunden Fahrt vom Ngorongoro Krater erreichen wir das „Touristenbüro“ vom Lake Eyasi. Eine kleine Hütte in der zwei Männer sitzen und uns erklären, dass wir noch ein paar Minuten auf unseren Guide warten sollen. Mittlerweile haben wir gelernt, dass ein paar Minuten hier locker für ein Mittagessen reichen und darum machen wir es uns im Schatten gemütlich. Pünktlich zum Dessert trifft Willy auf einem Mofa, für das er schon viel zu gross ist, bei uns ein. Wir erhalten ein paar Informationen wie unseren nächsten zwei Tage hier ablaufen und welche Stämme wir besuchen werden. Für den Nachmittag ist bereits ein Rundgang durch die Zwiebelfelder und das dazu gehörige Dorf (der Wohnsitz von Willy’s Familie) geplant.

Wohnen werden wir für die nächsten beiden Nächte im Tindiga Tented Camp. Auch in diesem Camp werden wir wieder herzlich begrüsst und wir können uns sogar ein Zelt aussuchen. Naja, eigentlich ist nur eines bereit aber das können wir aussuchen. Nachdem wir uns eingerichtet haben, wollen wir eigentlich kurz in den Pool springen um uns ab zu kühlen. Als wir bei der kleinen Bar und dem Restaurant ankommen, erfahren wir, dass der Pool undicht war und deshalb zu einem Feuerloch umfunktioniert wurde. Was das genau ist, erfahren wir später am Abend noch. Anstatt eines Sprungs ins kühle Nass geniessen wir eine Cola und eine Schüssel frisches Popcorn. Eine halbe Stunde später treffen wir Willy in seinem Dorf und wir machen uns auf den Weg zu der Zwiebelplantage. Auf dem Weg dorthin will ich noch ein paar Flaschen Wasser kaufen und ich gehe mit Willy in einen Kiosk, wo ich definitiv die Attraktion schlechthin bin. Eigentlich wollte ich ja nur zwei kleine Halbliter-Flaschen kaufen aber mit meinen zehn Dollar habe ich den halben Dorfvorrat bekommen. Die restlichen Flaschen, welche wir übrig haben, schenken wir Willy’s Familie, denn seine Mutter hatte gerade eine Grippe und kann es gut gebrauchen. Den restlichen Nachmittag haben wir auf der Plantage und bei Willy zu Hause verbracht. Meine Kamera habe ich für einmal im Zelt gelassen.
Als wir uns am Abend auf den Weg zum Restaurant machen, sehen wir schnell was ein Feuerloch ist. Mitten im eigentlichen Pool haben Die Camp-Angestellten ein Feuer gemacht und servieren uns einen Aperitif. Schon hier fallen uns die vielen Sterne auf und nachher werde ich versuchen ein schönes Foto von unserem Zelt mit Himmel zu machen. Zuerst geniessen wir aber unser zweitletztes Abendessen.

Nach dem wir ein paar Fotos von unserem Zelt gemacht haben gehen wir ins Bett, morgen müssen wir um 04:30 aus dem Bett.

Hadzabe

Pünktlich um 04:30 machen wir uns auf den Weg zu den Hadzabe. Gespannt und auch ein wenig nervös fahren wir im Morgengrauen durch ein ausgetrocknetes Flussbett. Das Camp würde man auf keinen Fall selber finden. Für uns gibt es keine Anzeichen wo die Gruppe sein könnte. Dass die Nomaden nirgends lange bleiben, hilft bei der Suche auch nicht. Auf einmal sehen wir einen Mann unter einem Baum, der auf die Besucher wartet. Endlich haben wir es gefunden. Jetzt sind es nur noch ein paar Meter und schon stehen wir mitten im Camp.

Die Frauen sitzen nicht um das Lagerfeuer, sondern sind ein wenig zurückgezogen unter sich. Die Frage ob ich alles fotografieren kann, wird mit einem knappen Ja beantwortet. Ich habe das Gefühl, dass die Frauen ihre Ruhe haben wollen und darum gehen wir zurück ans grosse Feuer.

Hier unter dem grossen Baum werden alle Trophäen der Jagd aufbewahrt; eine Schlangenhaut, Affenschädel und die Geweihe der erlegten Gazellen.

Nach den ersten paar Versuchen, bei denen Sie nichts erwischen, ist es dann soweit und der ersten kleine Vogel ist erlegt. Auf jeden Fall ist er getroffen aber definitiv noch nicht tot. Das Verständnis für unsere Bitte das Tier doch zu ganz zu töten hält sich in Grenzen. Dennoch kommen sie unserer Bitte nach und der Vogel wir mit einem Kopfbiss getötet. Das ist ein Bild das ich so schnell nicht vergessen werde.

 

Im nächsten Augenblick springen „unsere“ zwei Jäger auf und ab jetzt wird nur noch gestoppt um zu schiessen. Wir versuchen irgendwie dran zu bleiben, was aber nicht immer einfach ist. Natürlich versuchen sie uns Anweisungen zu geben aber so spannend ihre Sprache mit den Klicklauten auch ist, verstehen wir absolut nichts. Wir versuchen einfach nicht im Weg zu stehen und geniessen die aufgehende Sonne, die uns wärmt.

Nach dem zweiten geschossenen Vogel machen wir sofort ein Feuer um sie zu braten. Auch wir versuchen uns daran mit zwei Stöcken ein Feuer zu entfachen. Bei mir klappt das auch noch ziemlich schnell aber bei Silvia haben sie keine Geduld  Die zwei Vögel werden mit Haut und Federn auf das kleine Feuer gelegt und kurz nachher gegessen.

Unsere Appetit auf frischen Vogel ist nicht gerade riesig und wir halten uns an die Früchte der Baobab Bäume. Nach etwa zwei Stunden sind wir wieder zurück im Camp. Um diese Eindrücke zu verarbeiten, brauchen wir noch ein wenig Zeit. Die Tour empfehle ich aber jedem – ein unvergessliches Erlebnis.

Zu Besuch bei den Datoga am Lake Eyasi

Nach einem super Frühstück im (Tindiga Tented Camp) verarbeiten wir die Eindrücke. Wir sind uns einig: dass war auf keinen Fall eine Touristenshow. Viel Zeit bleibt uns nicht, denn wir besuchen auch noch die Datooga. Im Gegensatz zu den Hadzabe ist dieses Volk sehr friedlich und es sind auch keine Jäger sondern Bauern. Sie tauschen ihr selbst geschmiedeten Waffen und Schmuck gegen Fleisch der Hadzabe. Hier werden wir zuerst in eine Hütte voller Frauen geführt. Hier singen und mahlen wir Korn mit ihnen und werden in die Geschichte eingeführt.

Danach lernen wir die Herren des Hauses kennen. Diese sitzen draussen und schmelzen Metall und machen wunderbaren Schmuck oder Waffen. Hier ist es genau umgekehrt wie heute Morgen, die Männer sind zurückhaltend und die Frauen offen. Wir schauen ihnen sicher eine halbe Stunden zu wie unglaublich geschickt sie mit den einfachsten Werkzeugen arbeiten.

Unseren letzten Sonnenuntergang geniessen wir zusammen mit Omari und Willy am Ufer des Lake Eyasi.

Wir können es kaum glauben – die zwei Wochen sind wie im Flug vergangen. Beim letzten Abendessen lassen wir die ganze Reise nochmals Revue passieren. So viele Eindrücke, dass wird noch einige Zeit brauchen bis alles verarbeitet ist. Eines ist aber jetzt schon klar; wir kommen zurück. Dieses Land und die Leute haben so viel zu bieten, das reicht noch für ein paar Reisen.

Bis bald und Hakuna Matata