Serengeti I

Schon lange ist es her, dass ich meinen letzten Beitrag geschrieben habe, die Zeit vergeht im Moment einfach viel zu schnell. Wie auch immer – jetzt geht es weiter mit dem ersten Teil unserer Reise durch den Serengeti Nationalpark. Nach unserem Frühstück am Lake Natron machen wir uns auf die Suche nach einer “Garage”. Unsere erste und einzige kleine Panne ist dann schnell behoben und der Ersatzreifen tut seinen Dienst bis zum Ende der Reise. Natürlich sind wir von den Einheimischen nicht unentdeckt geblieben. Nach kurzer Zeit sind wir von sechs Masai Frauen umzingelt die uns ihren selbst gemachten Schmuck verkaufen wollen. Bis dahin haben wir noch nichts von den unzähligen Masai Frauen gekauft die unsere Wege gekreuzt haben. Heute Morgen kaufen wir aber zwei Armreifen die Silvia gefallen. Nach dem wir bezahlt haben sind die anderen wieder abgezogen, bis auf eine die hartnäckig bei uns bleibt, bis wir weiter fahren.
In Ngaresero beginnt unsere lange Fahrt in Richtung des Klein’s Gate. Unterwegs gibt es zwar fast keine Tiere zu sehen aber die Landschaft ist sehr abwechslungsreich. Am Lake Natron ist man noch in der Wüste und von dort geht es weiter nach Malambo das von einer Regenwald-ähnlichen Umgebung geprägt ist. Der Zustand der “Strassen” zeigt deutlich wie stark es in letzter Zeit geregnet hat und wir kommen immer wieder vom Kurs ab. Wir machen es uns gemütlich und geniessen die Landschaft die an uns vorbei zieht. Das Gerüttel und Geschüttel hat schon beinahe etwas meditatives und wenn ich nicht die ganze Zeit meinen Kopf gegen die Scheibe knallen würde, könnte ich locker ein Nickerchen machen. Nach etwas mehr als vier Stunden erreichen wir endlich das Klein’s Gate, unser Tor zur Serengeti. Dieser berühmte Nationalpark, den man nur aus dem Fernsehen kennt. Endlich sehe ich alle Tiere die man höchstens einmal im Zoo gesehen hat. Das ist meine Vorstellung von der Serengeti. Aber Omari hat im Moment gerade andere Sorgen. Bis er die Bewilligung für den Nationalpark erhält, geht es zum ersten mal aussergewöhnlich lange. Wir schlagen die Zeit beim Essen unseres Picknicks tot und danach erkunden wir das Gate ein wenig, dabei entdecken wir hunderte von Agamen die in der Sonne baden.

Die Ungeduld wächst immer mehr, ich möchte endlich die Serengeti mit ihren unzähligen Tieren erkunden. In diesem Moment kommt Omari aus dem Büro und wir starten unser nächstes Abenteuer. Wir sind noch keine fünf Minuten unterwegs und sehen schon die erste Elefantenherde. Wir haben schon viele Elefanten gesehen aber nicht in so einer imposanten Landschaft wie hier. Die Ebenen sind endlos.

Das Gras ist immer noch hoch (ca. 2 Meter), darum sehen wir auch noch keine Raubkatzen. Trotzdem kommen wir aus dem Staunen nicht raus. Auf einem Hügel in etwa 100 Meter Entfernung entdecke ich meinen ersten Büffel. Schlagartig wird mir klar warum diese auch “widowmaker” genannt werden, selbst aus dieser Entfernung wirkt dieser Bulle riesig.

Da mach mir “Pumbaa” einen viel friedlicheren Eindruck, die Warzenschweine werden uns die nächsten paar Tage begleiten und uns immer wieder zum Lachen bringen.

Die erste Netzgiraffe beobachtet uns aus sicherer Entfernung und nimmt uns genau unter die Lupe. Die Szene ist so typisch Afrika das ich einfach nicht widerstehen kann.

Weil wir wegen den verregneten Strassen viel länger gebraucht haben und am Gate auch Zeit verloren haben, fahren wie eine Stunde lang ohne längere Stops. Als wir die ersten Gnus sehen, kann ich mir noch nicht annähernd vorstellen was uns hinter dem nächsten Hügel erwartet. Von einem Moment auf den anderen stehen wir zwischen tausenden Gnus. Die „Grosse Migration“ ist glaube ich jedem ein Begriff der schon einmal einen Dokumentarfilm über Afrika gesehen hat. Was sich aber gerade vor unseren Augen abspielt, toppt jedes Fernsehprogramm das ich je gesehen habe.

Natürlich darf die Serengeti-“Putzkolonne” hier auch nicht fehlen, diese hat heute nicht gerade viel zu tun aber imposant sind die Geier trotzdem.

Das absolute Highlight von heute ist aber die Gewitterstimmung die wir auf dem Weg zum Ikoma Tented Camp erleben. Auch so etwas haben wir beide bisher nur in Dok Filmen gesehen und auch wenn wir unter Zeitdruck stehen, kann ich mir diese Gelegenheit auf keine Fall entgehen lassen.

Der Empfang im Camp ist wie jedesmal herzlich und wir freuen uns als wir unser sehr schönes Zelt sehen auf eine kühle und erholsame Nacht. Nach dem fantastischen Abendessen fallen wir todmüde in unser Bett und lauschen den Geräuschen der Serengeti, ein besseres Abendprogramm gibt es in keinem Hotel.

Bis bald zum Teil II…